Agenturmeldungen

«FAZ»: Gesetzliche Krankenkassen mit Minus zu Jahresbeginn

13.06.2019

 

Berlin (dpa) - Die gesetzlichen Krankenkassen sind nach Informationen
der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» («FAZ») zu Jahresbeginn in die
roten Zahlen gerutscht. In den ersten drei Monaten 2019 verbuchten
sie insgesamt ein Minus von 112 Millionen Euro, wie die Zeitung am
Donnerstag berichtete. Nach dem ersten Quartal 2018 war demnach noch
ein Überschuss von 416 Millionen Euro genannt worden. Die Verluste
seien nun teils Folge von Beitragssenkungen, sie würden aus Rücklagen
der Kassen gedeckt. Mehrere Gesetze der großen Koalition für bessere
Angebote für die Patienten sehen auch höhere Ausgaben der Kassen vor.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen äußerte
sich auf Anfrage am Donnerstag nicht dazu und verwies darauf, dass
die offiziellen Zahlen noch nicht vorliegen. Generell haben viele
Kassen im ersten Quartal höhere Ausgaben, wenn viele Patienten
erkältet sind oder bei winterlichem Wetter Unfälle passieren.

Insgesamt haben die Kassen weiterhin große Finanzpolster. Die
Rücklagen betrugen Ende Dezember laut Bundesgesundheitsministerium
rund 21 Milliarden Euro, dies entsprach mehr als dem Vierfachen der
gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Daneben hatte der
Gesundheitsfonds als Geldsammel- und -verteilstelle der Kassen Mitte
Januar eine Reserve von 9,7 Milliarden Euro.