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Forderung nach Korrekturen beim Pflege-TÜV

18.11.2014

Berlin (dpa) - Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), ist mit seinen Vorbehalten gegen das Notensystem zur Pflegeheim-Bewertung auf Zustimmung gestoßen. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) will ebenfalls deutliche Korrekturen am sogenannten Pflege-TÜV. Huml betonte am Montag in München: «Notwendig ist ein Bewertungssystem, das sich mehr an den wichtigen pflegerelevanten Bereichen und der Ergebnisqualität ausrichtet - und das die Menschen in der Wahl einer Einrichtung wirklich unterstützen kann.»

Nach Auffassung der Grünen soll ein unabhängiges Institut zukünftig die Qualitätsanforderungen in der Pflege erarbeiten. «Die Erfahrung mit dem Pflege-TÜV hat uns gelehrt, dass man diese Aufgabe nicht der Aushandlung zwischen Kassen und Leistungserbringern überlassen kann», erklärte die Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik, Elisabeth Scharfenberg. Selbsthilfeverbände und Verbraucherschutzinitiativen sollten gleichberechtigt in den Prozess einbezogen werden.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte, dass die Koalition den Pflege-TÜV von Grund auf sanieren wolle. «Pflegebedürftige und ihre Familien brauchen Orientierung im Anbieter-Dschungel.» Es sei auch richtig, ein unabhängiges Gremium zu beauftragen.

Laumann kritisierte in der «Welt am Sonntag», die Notensystem verschleiere die Situation in vielen Heimen. In der Gesamtbewertung könnten Minuspunkte wegen Betreuungsmängeln durch Pluspunkte für Nichtigkeiten ausgeglichen werden. Den Pflege-TÜV gibt es seit 20