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Grüne: Beihilfe zum Suizid darf nicht normale Dienstleistung werden

02.07.2015

Berlin (dpa) - Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg hat davor gewarnt, Beihilfe zur Selbsttötung zu einer regulären Dienstleistung zu machen. «Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der die Beihilfe zum Suizid zu einer ganz «normalen» Dienstleistung und als regulärer Bestandteil der gesundheitlichen Versorgung missverstanden wird», sagte Scharfenberg der Deutschen Presse-Agentur. «Dadurch könnten sich vor allem alte und kranke Menschen unter Druck gesetzt fühlen, solche «Angebote» irgendwann wahrzunehmen, zum Beispiel weil sie niemandem zur Last fallen wollen.»

Der Bundestag befasst sich am Donnerstag (09.00 Uhr) in erster Lesung mit vier fraktionsübergreifenden Gesetzentwürfen zur Sterbehilfe. Scharfenberg ist zusammen mit den Abgeordneten Michael Brand (CDU), Kerstin Griese (SPD) und Kathrin Vogler (Linke) Initiatorin eines Gesetzentwurf, der bisher die meiste Unterstützung erfuhr.

«Nach unserem Entwurf bleibt die Suizidbeihilfe wie bisher auch grundsätzlich straflos», sagte Scharfenberg. Das gelte vor allem auch für Angehörige oder andere nahestehende Personen, die - als sogenannte «Teilnehmer» - eine sterbewillige Person zum Beispiel in die Schweiz begleiten, wo diese sich von «professionellen» Helfern beim Suizid assistieren lassen. «Es handelt sich hier um eine individuelle, emotionale Ausnahmesituation», argumentierte Scharfenberg.