Agenturmeldungen

Grünen fordern bessere Suizid-Prävention

02.07.2015

Berlin (dpa) - Die Grünen im Bundestag setzen sich für eine bessere Suizid-Prävention ein. Es gehe darum, «ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, das es Menschen mit Todeswünschen erlaubt, offen über ihre Gedanken und Gefühle zu sprechen», sagte die Grünen-Abgeordnete Maria Klein-Schmeink der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb plädierten die Grünen für den Ausbau von «leicht erreichbaren ambulanten Krisendiensten». Zudem solle das freiwillige Engagement stärker finanziell unterstützt werden.

Einen entsprechenden Entschließungsantrag haben die Grünen in den Bundestag eingebracht. Er soll am Donnerstagnachmittag im Plenum beraten werden. Jährlich begingen in Deutschland über 100 000 Menschen einen Suizidversuch. Rund 10 000 Menschen würden sich das Leben nehmen, sagte Klein-Schmeink. «Etwa jeder dritte Suizid wird von einem Menschen über 65 Jahren verübt» - vor allem wegen Vereinsamung. 

«Der Besuch beim Psychiater, der Psychotherapeutin, dem Krisendienst oder der Beratungsstelle sollen, wie der Arztbesuch bei einem Beinbruch, selbstverständlich werden», so die Grünen-Abgeordnete,

Der tragische Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich habe das Thema Suizid wieder etwas in das öffentliche Interesse gerückt. Die dabei laut gewordenen Forderungen etwa nach Aufweichen der ärztlichen Schweigepflicht oder nach einem Berufsverbot für Depressive seien jedoch nicht geeignet, solche Probleme zu verhindern.