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Herzchirurg: Blutfette wohl doch nicht Ursache für Arterienverkalkung

17.01.2017

Hannover (dpa) - Nicht Fette aus dem Blut, sondern Versorgungsstörungen an der Gefäßaußenwand führen einer neuen Theorie zufolge zu Arterienverkalkung. Der Herzchirurg Axel Haverich hat für diese These zur Entstehung von Arteriosklerose jahrelang Belege gesammelt. Seine Überlegungen veröffentlichte der Professor an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) am Dienstag in der Fachzeitschrift «Circulation».

Bisher war man davon ausgegangen, dass die Arterien «verkalken», weil sich Blutfette an der Innenwand der Gefäße anlagern. Haverich ist dagegen überzeugt, dass dieses Cholesterin gar nicht aus dem Blut, sondern von abgestorbenen Zellen stammt. «Dafür sprechen chirurgische Beobachtungen, klinische Daten sowie frühere Publikationen», sagte der Mediziner.

Herzinfarkt und Schlaganfall sind die häufigsten Folgen von Arteriosklerose. Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt jährlich 17,5 Millionen Todesfälle auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zurück.  

Haverichs Zweifel an der bisherigen Lehrmeinung waren auch von der Entdeckung neuer Risikofaktoren genährt worden. So wurde in Studien ein eindeutiger Zusammenhang zwischen einer erhöhten Herzinfarkt-Rate und dem Auftreten von Grippe-Epidemien mit Lungenentzündung nachgewiesen. Gleiches gilt für Feinstaub. Neben gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sollte die Verhinderung und Bekämpfung von Infektionen als Prävention der gefährlichen Arterienverkalkung Beachtung finden, sagte der Herzchirurg.