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(Hintergrund - zur Diskussion um die Impfpflicht) Die Impfpflicht: In Deutschland stand sie bereits im Gesetz

06.05.2019

Berlin (dpa) - Junge Menschen werden sie wohl nicht mehr kennen: Die
Impfpistole hinterlässt als Erinnerung eine Narbe. Eingesetzt wurde
sie für die Pocken-Impfung, die in der BRD bis 1975 bei Erwachsenen
und bis 1982 bei Kindern im Alter von einem und von zwölf Jahren
verpflichtend war. Grundlage war das Reichsimpfgesetz von 1874.

Die Paragraphen 14 bis 17 legten darin die Strafen fest: von 20 Mark
für den fehlenden Impfschein oder drei Tage Haft für Impfverweigerung
bis hin zu 500 Mark Strafe oder 14 Tage Haft bei Fahrlässigkeit.

Im Nachbarland DDR gab es ab den 1950er Jahren eine gesetzliche
Impfpflicht. Anfangs unter anderem gegen die Pocken, ab 1970 kam eine
verpflichtende Impfung gegen Masern hinzu.

Weltweiter Vorreiter in Sachen Impfpflicht waren die Bayern, die
bereits am 26. August 1807 eine Pocken-Impfpflicht einführten. Die
Weltgesundheitsorganisation schrieb das erst ab 1967 vor. Seit 1980
gelten die Pocken als ausgerottet, ohne Not wird nicht mehr geritzt.