Agenturmeldungen

Hintze: Ethikrat stärkt Ärzte-Gewissensfreiheit bei Suizidhilfe

19.12.2014

Berlin (dpa) - Die jüngste Stellungnahme des Ethikrates zur ärztlichen Hilfe zur Selbsttötung stärkt nach Ansicht einer Gruppe von Koalitionsabgeordneten die Gewissensfreiheit der Mediziner.

Bundestagsvizepräsident Peter Hintze sowie SPD-Fraktionsvize Carola Reimann, die diese Gruppe vertreten, sagten am Freitag der Deutschen Presse-Agentur: «In für sie ausweglosen Situationen müssen todkranke Menschen das Recht haben, den Arzt um Suizidassistenz zu bitten. Es bleibt die freie Gewissensentscheidung des Arztes, ob er diesem Wunsch folgen will.»

Damit werde der Ethikrat dem breiten Mehrheitswillen in der Bevölkerung gerecht. «Die Bevölkerung befürwortet ja mit großer Mehrheit die ärztliche Suizidassistenz», argumentierten Hintze und Reimann und fügten hinzu: «Wir begrüßen das klare Votum des Deutschen Ethikrates, das die hohe Bedeutung der Suizidprävention betont.»

Der Deutsche Ethikrat sprach sich am Freitag zwar im Grundsatz gegen eine ärztlich assistierte Selbsttötung aus. Er fordert jedoch die Ärztekammern auf, einheitlich zum Ausdruck zu bringen, dass Gewissensentscheidungen in einem vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnis, die im Widerspruch zu diesem Grundsatz stehen, «bei Ausnahmesituationen respektiert werden».