Agenturmeldungen

Kliniken sollen bessere Bedingungen für Organspenden bekommen

31.10.2018

Berlin (dpa) - Krankenhäuser in Deutschland sollen sich künftig
besser um Organspenden kümmern können. Das sieht ein Gesetzentwurf
von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den das Bundeskabinett
am Mittwoch auf den Weg gebracht hat. Festgelegt werden soll unter
anderem, dass Transplantationsbeauftragte in den Kliniken für diese
Aufgabe verbindlich freigestellt werden und Zugang zu
Intensivstationen bekommen. Die Krankenhäuser sollen höhere
Vergütungen der Krankenkassen erhalten. Mobile Ärzteteams sollen
dafür sorgen, dass auch in kleineren Kliniken die medizinischen
Voraussetzungen für Organ-Entnahmen festgestellt werden können.

Spahn sagte, das Hauptproblem bei der Organspende sei nicht die
Spendebereitschaft. Ein entscheidender Schlüssel liege vielmehr bei
den Kliniken, denen häufig Zeit und Geld fehlten, um mögliche Spender
zu identifizieren. «Da setzen wir jetzt ganz konkret an.» Das Gesetz
werde Leben retten. «Das sind wir den 10 000 Menschen schuldig, die
auf ein Spenderorgan warten.» Die Zahl der Organspender hatte im
vergangenen Jahr einen Tiefpunkt von 797 erreicht.

Dem Gesetz muss noch der Bundestag zustimmen. In Kraft treten soll es
voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019. Unabhängig davon wird im
Bundestag über neue Organspende-Regeln diskutiert.