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Koalition will Pflege Sterbender verbessern - Stiftung: Reicht nicht

17.04.2015

Göttingen (dpa) - Bessere Pflege von Sterbenden bleibt für die große Koalition eine drängende Aufgabe. Die Spitzen der Unions- und der SPD-Fraktion kündigten am Donnerstag in Göttingen bis Ende Juni einen Gesetzentwurf zur Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung an.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will dabei Lücken vor allem auf dem Land schließen. Es wird mit Mehrkosten von bis zu 200 Millionen Euro pro Jahr gerechnet, wie bereits im März bekannt wurde. «Wir sind überzeugt, dass nicht die aktive Sterbehilfe die richtige Antwort auf die Sorgen und Nöte Schwerstkranker und Sterbender ist, sondern eine umfängliche ärztliche, pflegerische und psychosoziale Begleitung bis zum Schluss», heißt es in dem in Göttingen beschlossenen Papier.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht in dem geplanten Gesetzentwurf allerdings keine Verbesserung für die jährlich rund 340 000 in deutschen Pflegeheimen sterbenden Menschen. «Hier fehlen 600 Millionen Euro im Jahr», schrieb der Stiftungsvorsitzende Eugen Brysch am Donnerstag in einer Mitteilung.