Agenturmeldungen

Krankenhausärzte leiden unter Arbeitsüberlastung

06.07.2017

Berlin (dpa) - Viele Krankenhausärzte in Deutschland leiden unter
Arbeitsüberlastung und Personalmangel. Das zeigt eine neue Umfrage
der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, die am Donnerstag in Berlin
vorgestellt wurde. Zwei Drittel der Krankenhausärzte sagen, dass
ihnen für die Behandlung ihrer Patienten nicht ausreichend Zeit zur
Verfügung steht. Fast jeder zweite Befragte bewertet die eigenen
Arbeitsbedingungen als mittelmäßig, 19 Prozent bewerten sie als
schlecht und 5 Prozent sogar als sehr schlecht. 30 Prozent stufen sie
als gut oder sehr gut ein.

Jeder fünfte Befragte trägt sich mit dem Gedanken, die ärztliche
Tätigkeit ganz aufzugeben. Als Gründe nennen diese Ärzte die hohe
Arbeitsbelastung, den ökonomischen Druck, der auf ihnen lastet,
Personaleinsparungen und eine ausufernde Bürokratie.

Der Abbau von Bürokratie hat für die meisten Ärzte hohe Priorität:
Für 70 Prozent der Ärzte im Krankenhaus ist eine solche
Entbürokratisierung sehr wichtig oder sogar am wichtigsten.

Der Marburger-Bund-Vorsitzende Rudolf Henke sagte: «Die Bürokratie
erstickt die ärztliche Arbeit.» Politik und Selbstverwaltung müssten
die Entbürokratisierung der ärztlichen Tätigkeit stärker
vorantreiben.

Drei Viertel der Befragten halten mehr Personal im pflegerischen
Dienst für sehr wichtig oder am wichtigsten, so die Erhebung. Fast
genauso wichtig ist den Ärzten die Personalaufstockung in der eigenen
Berufsgruppe.