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Krankenkassen: Behandlungsfehler leicht zurückgegangen

30.05.2017

Berlin (dpa) - Die Zahl der medizinischen Behandlungsfehler ist nach
Angaben der gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr leicht
zurückgegangen. Das bedeute jedoch nicht, dass sich das Risiko, einen
Behandlungsfehler zu erleiden, generell verringert hätte, erläuterte
der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) am Dienstag in
Berlin seine Statistik für 2016.

Danach wurden gut 15 000 fachärztliche Gutachten zu vermuteten
Behandlungsfehlern erstellt. In knapp jedem vierten Fall, nämlich bei
3564 Behandlungen, bestätigten die Fachärzte des MDK den Verdacht der
Patienten. Zwei Drittel der Vorwürfe betrafen demnach Behandlungen in
der stationären Versorgung, ein Drittel Behandlungen durch
niedergelassene Ärzte. 7765 Vorwürfe (51,4 Prozent) standen in
direktem Zusammenhang mit der Behandlung im Operationssaal.

Verteilt auf die Fachgebiete bezogen sich laut MDK 33 Prozent der
Vorwürfe auf Orthopädie und Unfallchirurgie, 12 Prozent auf die
Innere Medizin und Allgemeinmedizin, weitere 9 Prozent auf die
Allgemeinchirurgie, ebenfalls 9 Prozent auf die Zahnmedizin, 7
Prozent auf die Frauenheilkunde und 4 Prozent auf die Pflege.

Der MDK kritisiert generell, dass Daten zu Behandlungsfehlern in
Deutschland nur punktuell vorlägen. Deshalb lasse sich auch das
Gefährdungsrisiko nicht beziffern. Die Ärzteschaft legt einmal im
Jahr eine eigene Statistik über Behandlungsfehler vor.

Der MDK verlangte - trotz erkennbarer Fortschritte - noch
konsequentere Anstrengungen zur Fehlervermeidung. «Dazu gehören eine
Meldepflicht für Behandlungsfehler und eine intensivere Forschung im
Bereich Patientensicherheit.»