Agenturmeldungen

Krankenkassen klagen über steigende Kosten in Milliardenhöhe

26.08.2019

Berlin (dpa) - Der AOK-Bundesverband beklagt, dass auf die
gesetzlichen Krankenkassen in den kommenden Jahren zusätzlich Kosten
in zweistelliger Milliardenhöhe zurollen. «Die Preise steigen, aber
die Leistungen für die Versicherten verbessern sich bisher nicht»,
sagte Verbandschef Martin Litsch der «Rheinischen Post» (Montag). Als
Beispiele für Kostentreiber nannte er die Servicestellen für Termine
beim Facharzt und die jüngste Gesetzgebung für Apotheker.

«Bei den Terminservicestellen, die zwischen 2019 und 2022 mehrere
Milliarden Euro an zusätzlichen Beitragsmitteln kosten, kann ich
bisher keinen echten Nutzen für die Versicherten erkennen», erklärte
Litsch. Sie erzeugten vor allem viel Bürokratie. «In der Hoffnung,
dass die Ärzte ihren Widerstand gegen die Regelungen aufgeben,
erhalten sie zusätzliche Honorare in Höhe von jährlich 600 Millionen
Euro als Beruhigungspille.»

Den gleichen Mechanismus sehe man bei den Apothekern. «Auch sie
erhalten zusätzliche Vergütungen, damit sie den Versandhandel
tolerieren.»

Litsch mahnte zu einer umsichtigeren Ausgabenpolitik im
Gesundheitswesen. «Die zusätzlichen Kosten für die Krankenkassen
belaufen sich von 2019 bis 2022 auf rund 29 Milliarden Euro.» Die
höchsten Summen entfielen auf die Kosten für zusätzliches
Pflegepersonal und für die Terminservice-Stellen. Die aktuellen
Bilanzzahlen zeigten aber, dass die üppigen Zeiten vorbei seien. «Ich
kann nur vor weiteren kostenintensiven Gesetzen warnen.»