Agenturmeldungen

Krebs: Erfolge mit neuer Immuntherapie

21.03.2019

Würzburg (dpa) - Eine neuartige Gentherapie verspricht bessere
Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Knochenmarkkrebs.
Universität und Uniklinik Würzburg stellten am Donnerstag auf einer
Pressekonferenz einen ersten Patienten mit einem Multiplem Myelom
vor. Der 70-jährige Mann wurde im Dezember therapiert und berichtet
heute, sich gesund zu fühlen. Bei einem gleichzeitig behandelten
Patienten habe die Therapie jedoch nicht so gut angeschlagen.

Die Würzburger Forscher wenden bei ihren Patienten die so genannte
CAR-T-Zelltherapie an. Das Verfahren ist erst seit August vergangenen
Jahres in Europa verfügbar. Dabei wird dem Patienten Blut entnommen
und ein Teil der darin enthaltenen weißen Blutkörperchen, die
T-Zellen, genetisch so modifiziert, dass sie Krebszellen erkennen und
zerstören. Danach bekommt der Patient die Zellen wieder verabreicht.
Die Therapie kommt für Patienten infrage, bei denen andere Therapien
nicht helfen und die als austherapiert gelten.

In den USA und China wird das Verfahren schon länger angewendet. Auch
in Deutschland gibt es laut der Würzburger Wissenschaftler bereits
etwa 100 behandelte Patienten, die meisten von ihnen mit
verschiedenen Formen von Blutkrebs. Der 70-jährige Mann sei der erste
Fall einer erfolgreichen Therapie des Multiplen Myeloms. Für feste
Tumore wie Brust- und Darmkrebs ist die Therapie noch in Erforschung.