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Laumann: Gesetz für mehr Pflegekräfte könnte Altenpflege belasten

02.08.2018

Düsseldorf (dpa) - Trotz des neuen Milliardenprogramms gegen den
Pflegenotstand befürchtet Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister
Karl-Josef Laumann eine weiter abnehmende Attraktivität der Jobs in
der Altenpflege. «Wir müssen sehr aufpassen, dass die Verbesserungen
im Krankenhausbereich nicht auf Kosten der Altenpflege gehen», sagte
Laumann der Deutschen-Presse-Agentur mit Blick auf das starke
Lohngefälle zwischen den Arbeitsplätzen im Krankenhaus und im
Altenheim. «Ich habe die Befürchtung, dass wir mit den neuen
Regelungen einen Sog ins Krankenhaus auslösen und sich die Situation
in der Altenpflege weiter verschärft.»

Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch einen milliardenschweren
Gesetzentwurf von Laumanns Parteifreund und Gesundheitsminister Jens
Spahn (CDU) verabschiedet, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken.
Damit sollen allein in der Altenpflege 13 000 zusätzliche Stellen
geschaffen werden. Allerdings wird die Arbeit in dieser Branche auch
weiterhin schlechter bezahlt als Einsätze in der Krankenpflege.

Beschäftigte in der Altenpflege müssten vergleichbare
Rahmenbedingungen erhalten wie das Personal in den Krankenhäusern,
forderte Laumann. «Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wenn
eine Altenpflegeeinrichtung keine Tariflöhne zahlt», kritisierte er.
«Meiner Ansicht nach ist das vor allem eine Frage des nicht Wollens -
eher als des nicht Könnens.»  

Trotz der finanziellen Anreize ist es im Pflegemarkt weiter
schwierig, ausreichend Personal zu bekommen. In der Alten- und
Krankenpflege sind bundesweit rund 35 000 Stellen für Fachkräfte und
Helfer offen. Altenpfleger erhalten nach Angaben des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchschnittlich 19 Prozent
weniger Lohn als Krankenpfleger.