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Lauterbach: Angleichung von Arzthonoraren ist für SPD unverzichtbar

25.01.2018

Berlin (dpa) - Die SPD beharrt unmittelbar vor den

Koalitionsgesprächen mit CDU und CSU auf einer Angleichung der

Arzthonorare für Privat- und Kassenpatienten. «Wenn die Union will,

dass wir in eine Koalition kommen, dann muss sie sich in dieser Frage

bewegen», sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der

Deutschen Presse-Agentur. Lauterbach wird dem Vernehmen nach im

Bereich Gesundheit federführend für seine Partei verhandeln.

«Da das Modell der Bürgersicherung in den Sondierungsgesprächen nicht

durchsetzbar war, werden wir jetzt andere Mittel und Wege suchen, die

Zweiklassenmedizin aktiv zu bekämpfen», erklärte Lauterbach. «90

Prozent der Bürger sind gesetzlich versichert. Wir vertreten bei

diesen Verhandlungen also 90 Prozent der Bürger.» Gesetzlich

Versicherte dürften nicht «systematisch schlechter behandelt» werden

als Privatpatienten.

«Wir werden in den jetzt anstehenden Koalitionsverhandlungen bei

Gesundheit viel erreichen müssen, weil wir sonst nicht durch das

Mitgliedervotum kommen», führte Lauterbach aus. Die SPD will nach

Ende der Gespräche mit der Union alle Parteimitglieder über ihre

erneute Regierungsbeteiligung entscheiden lassen.

Neben der Angleichung der Arzthonorare sei für die SPD auch eine

Entbürokratisierung des Systems und eine bessere Zusammenarbeit von

Krankenhäusern und Arztpraxen wichtig. «Schließlich ist uns bei der

SPD ein wesentliches Anliegen, dass die Unterschiede in der

Lebenserwartung zwischen Arm und Reich durch bessere Vorbeugemedizin

abgebaut werden», sagte Lauterbach. «Die Ärmeren sterben mehr als

zehn Lebensjahre früher als die Wohlhabenden. Das ist unerträglich.

Und das ist aus meiner Sicht die größte Ungerechtigkeit in

Deutschland überhaupt.»