Agenturmeldungen

Linke kritisiert Personalmangel und Belastungen bei Hebammen

12.09.2019

Berlin (dpa) - Die Linke im Bundestag hat anhaltenden Personalmangel
und belastende Job-Bedingungen in der Geburtshilfe kritisiert.
«Hebammen werden händeringend gesucht, zumal die Geburtenzahlen
steigen», sagte die Vorsitzende des Familienausschusses, Sabine
Zimmermann (Linke), der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstag).
Doch Hebammen würden dann von schlechten Arbeitsbedingungen in die
Teilzeit oder ganz aus dem Beruf getrieben. Zugleich fehle Geld für
neue Stellen. Grund sei eine Ökonomisierung des Gesundheitswesens,
die auf ganzer Linie gescheitert sei, monierte Zimmermann.

Die grundlegenden Probleme untersuchen auch zwei aktuelle Analysen
des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages. Verwiesen wird darin
unter anderem auf eine veröffentlichte Umfrage von 2015, wonach «sich
fast die Hälfte der Hebammen um drei Frauen gleichzeitig während der
Geburt kümmere». Medizinische Fachgesellschaften empfehlen demnach
aber, dass zu mehr als 95 Prozent der Zeit eine
Eins-zu-eins-Betreuung der Gebärenden gewährleistet sein sollte.