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Marburger Bund will niedergelassene Ärzte in Kliniken holen

22.05.2017

Freiburg (dpa) - Bei der Versorgung von Notfallpatienten setzt der
Marburger Bund auf eine Kooperation mit niedergelassenen Ärzten. Mit
der Kassenärztlichen Bundesvereinigung seien dazu Gespräche
vereinbart worden, sagte der Vorsitzende des Ärzteverbandes, Rudolf
Henke, am Montag in Freiburg. Ziel seien gemeinsame Lösungen. Der
Marburger Bund wolle erreichen, dass die Bereitschaftsdienste der
niedergelassenen örtlichen Mediziner künftig an Kliniken angesiedelt
werden. So könnten dortige Notaufnahmen entlastet und Patienten
besser versorgt werden. Niedergelassene Ärzte sehen den Plan
kritisch.

Die zunehmende Arbeitsbelastung in den Notfallambulanzen ist eines
der Themen des diesjährigen Deutschen Ärztetages. Er findet von
diesem Dienstag an vier Tage lang in Freiburg statt.

Patienten suchten im Notfall vermehrt Kliniken auf, statt den
örtlichen Bereitschaftsarzt ausfindig zu machen, sagte Henke, dessen
Verband angestellte und verbeamtete Ärzte vertritt. «Es ist eine
Abstimmung mit den Füßen.» Nicht immer handele es sich um Notfälle,
die Kliniken übernehmen müssten. Von den jährlich 25 Millionen
Patienten in den Notfallambulanzen in Deutschland könnten rund 11
Millionen ambulant von niedergelassenen Ärzten versorgt werden.

Seien diese an den Kliniken stationiert, vereinfache dies die
Versorgung, sagte Henke. Doppelte Untersuchungen und Diagnosen würden
durch solche zentralen Anlaufstellen, vor allem nachts sowie an
Wochenenden sowie Feiertagen, vermieden.