Agenturmeldungen

Mediziner: Lebensrettung muss an Schulen in den Lehrplan

28.09.2017

Freiburg (dpa) - Für mehr Hilfe bei einem lebensbedrohlichen

Herz-Kreislauf-Stillstand fordern Mediziner regelmäßige Kurse zur

Wiederbelebung an Deutschlands Schulen. Wiederbelebung müsse fester

Bestandteil des Lehrplans werden, sagte der Vorstandsvorsitzende des

Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC), Bernd Böttiger, in

Freiburg. Jeder könne im Notfall Leben retten. Es gebe jedoch eine

große und weit verbreitete Hemmschwelle. Durch Information und

Training im Schulunterricht könne diese schon früh abgebaut werden.

 

«Im internationalen Vergleich ist Deutschland in Sachen

Wiederbelebung ein Entwicklungsland», sagte Böttiger, Professor und

Klinikdirektor am Universitätsklinikum Köln. Lebensrettung, vor allem

mit der auch von Laien zu praktizierenden Herzdruckmassage, müsse den

Menschen näher gebracht werden. «Wir fordern zwei Schulstunden

Wiederbelebung pro Jahr von der siebten Klasse an», sagte der

Mediziner. «Wenn Laien sofort mit Herzdruckmassage beginnen würden,

könnten in Deutschland jedes Jahr 10 000 Menschen zusätzlich

überleben.»

 

In Freiburg begann am Donnerstag ein dreitägiger, internationaler

Medizinerkongress zur Lebensrettung durch Laien. An der bis Samstag

dauernden Fachtagung in Freiburg nehmen laut Veranstalter mehr als

1000 Experten aus 57 Ländern teil.