Agenturmeldungen

Mehr Fehltage wegen Krankheit

23.09.2018

Die Zahl der Krankheitstage steigt - und damit auch der
wirtschaftliche Schaden, der dadurch entsteht. Besonders deutlich ist
der Trend bei psychischen Erkrankungen. Die Gründe für den Anstieg
sind vielfältig.

Berlin (dpa) - Deutsche Arbeitnehmer haben in den vergangenen Jahren
häufiger wegen Krankheit am Arbeitsplatz gefehlt. Die Zahl der Tage
mit Arbeitsunfähigkeit nach Krankschreibungen in deutschen
Unternehmen und Behörden stieg zwischen 2008 und 2016 um mehr als 60
Prozent auf fast 560 Millionen. Dies geht aus einer Regierungsantwort
auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen
Presse-Agentur am Freitag in Berlin vorlag. Allerdings stieg auch die
Zahl der Erwerbstätigen in dieser Zeit deutlich an. Die «Rheinische
Post» (Freitag) hatte zuerst darüber berichtet.

Der dadurch ausgelöste volkswirtschaftliche Schaden nahm nach Angaben
der Bundesregierung in selben Zeitraum um knapp 75 Prozent zu. Im
Jahr 2016 betrug er demnach 75 Milliarden Euro. Allerdings ist dabei
die Preisentwicklung nicht berücksichtigt. Inflationsbereinigt ergebe
sich ein Schadenszuwachs von mehr als 30 Prozent in den vergangenen
20 Jahren, so das Gesundheitsministerium.

Krankheitstage wegen psychischer und Verhaltensstörungen nahmen
zwischen 2008 bis 2016 um 124,81 Prozent auf knapp 98 Millionen zu.
Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes waren die
häufigste Ursache mit 143 Millionen Fehltagen; hier beträgt die
Zunahme 62 Prozent.

Die Erwerbstätigkeit hat allerdings seit 2008 deutlich zugenommen.
Schon allein deswegen sei die Zahl der Krankschreibungen stark
gewachsen, argumentiert die Regierung. Hinzu komme eine
überdurchschnittliche Zunahme älterer Arbeitnehmer, deren
Arbeitsunfähigkeit durchschnittlich mehr als doppelt so lange
andauere wie bei den 35- bis 39-Jährigen.