Agenturmeldungen

Montgomery-Kritiker: Ärztepräsident muss Verantwortung übernehmen

24.05.2016

Berlin (dpa) - Vor dem Ärztetag in Hamburg steht Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery wegen des vorläufigen Scheiterns einer neuen Gebührenordnung für die Mediziner unter Druck. «Wir vermissen bislang, dass der Bundesärztekammerpräsident die Verantwortung für das Scheitern übernimmt», sagte Dirk Heinrich, Vorsitzender des Spitzenverbandes der Fachärzte (SPIFA), der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Gebührenordnung - kurz GOÄ - legt fest, was Ärzte für die Behandlung von Privatpatienten abrechnen können. Seit fünf Jahren verhandeln Bundesärztekammer und private Krankenversicherung über eine Reform. Die Verhandlungen waren im Frühjahr vorerst gescheitert und sollen nun mit einem neuen Verhandlungsführer auf der Seite der Bundesärztekammer weitergehen. Das Thema hatte die Gemüter bei den Ärzten stark erhitzt.

Heinrich sagte: «Der Deutsche Ärztetag muss zunächst durch klare Vorgaben den Weg für einen rein ärztlichen GOÄ-Vorschlag frei machen.» Es müsse zudem aufgearbeitet werden, was zum Scheitern der GOÄ-Verhandlungen geführt habe. Diese seien seit fünf Jahren Chefsache.