Agenturmeldungen

Neuer Tarifvertrag Altenpflege soll bis Jahresende stehen

22.08.2019

Berlin (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi und der neue Pflegeverband BVAP
wollen erstmals Tarifverhandlungen für die Altenpflege aufnehmen.
Ziel sei noch in diesem Jahr der Abschluss eines Tarifvertrags, der
von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) auf die gesamte
Altenpflege in Deutschland erstreckt wird, teilten die
Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) und
Verdi am Donnerstag in Berlin mit. Dies ist erklärtes Ziel von Heil.
Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD versprochen, gemeinsam mit
den Tarifpartnern für flächendeckende Tarifverträge in der
Altenpflege zu sorgen.

Diesem Ziel soll auch ein Gesetz für höhere Löhne in der Alten- und
Krankenpflege dienen, das das Bundeskabinett im Juni auf den Weg
gebracht hat. In dem Monat hatte sich auch der neue Verband
gegründet. Private Pflegeanbieter hatten die Organisation als
«Verband der Nischenanbieter» kritisiert, da ihm nur
Pflegeeinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, des
Arbeitersamariterbundes und der Diakonischen Dienstgeber
Niedersachsens angehören. Zudem ist der Organisationsgrad von Verdi
in der Altenpflege gering.

Verdi und die BVAP betonten, werde ihr geplanter Vertrag auf die
ganze Branche erstreckt, müssten auch Arbeitgeber die Tarifregelungen
einhalten, die bisher sehr niedrige Löhne zahlen und schlechte
Bedingungen bieten. Bestehende bessere Tarifverträge blieben davon
unberührt.

Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler sagte: «Die Zeit drängt.»
Händeringend würden überall Beschäftigte für die Altenpflege gesucht.
«Die gewinnt man nur mit guten Arbeitsbedingungen.»
BVAP-Vorstandsmitglied Gero Kettler sagte: «Hierfür brauchen wir
Regelungen, die über den Pflegemindestlohn hinausgehen.»