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Patientenschützer: Antikorruptionsgesetz nachbessern

01.04.2016

Berlin (dpa) - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen verlangt. So sollten die umstrittenen Anwendungsbeobachtungen von Medikamenten an Patienten in ihrer jetzigen Form klar verboten werden, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. «Alle notwendigen Studien müssen durch eine Bundesbehörde genehmigt werden und strengen Transparenzregeln unterliegen.»

Rund 1,7 Millionen Patienten seien 2014 in Anwendungsbeobachtungen einbezogen gewesen - «in der Regel ohne ihr Wissen», kritisierte Brysch. «Die Medikamentenverordnung müsse sich an der bestmöglichen Therapie orientieren - nicht an wirtschaftlichen Interessen von Unternehmen und Ärzten. ... Daher müssen Patienten künftig von ihrem Arzt vorab informiert werden und schriftlich zustimmen, wenn sie an solchen Studien teilnehmen.»

Alle wesentlichen Studien-Ergebnisse müssten in einer Datenbank veröffentlicht werden. Dazu gehören auch die Namen der beteiligten Ärzte sowie die Höhe der Aufwandsentschädigungen. Die Koalition hatte sich vergangene Woche auf letzte Details des Gesetzes verständigt. In der nächsten Sitzungswoche vom 11. bis 15. April soll es endgültig verabschiedet werden.