Agenturmeldungen

Patientenschützer fordern Abkehr vom «Zwei-Klassen-Sterben»

21.09.2015

Dortmund (dpa) - Patientenschützer fordern bei der neuen Hospiz-Gesetzgebung eine Ende des «Zwei-Klassen-Sterbens». Heimbewohner seien von einer professionellen Sterbebegleitung bisher weitgehend ausgeschlossen, erklärte die Stiftung Patientenschutz vor der Anhörung des Bundestagsgesundheitsausschusses zu den Rechten sterbender Pflegeheimbewohner am kommenden Montag. Der Grund sei eine unzureichende gesetzliche Finanzierung. Sie liege nur bei einem Fünftel der Summe, die Sozialkassen für Hospiz-Patienten ausgeben, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch in Dortmund.

Der Bund wolle an dem bestehenden System nichts ändern, auch wenn damit keine Hospiz-Leistung im Pflegeheim möglich sei, kritisierte die Stiftung. Eine Chance zu einem Wechsel in ein Hospiz bestehe für Pflegeheimbewohner nicht.

Die Stiftung favorisiert die Einrichtung von eigenen Palliativ-Care-Teams in den Pflegeheimen. Diese Teams könnten Heimbewohnern auch umgehend starke Medikamente verabreichen. Wie in den Hospizen sollen niedergelassene Ärzte die palliative-medizinische Versorgung übernehmen. Die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung schätzt die Stiftung auf 727 Millionen Euro im Jahr. «So viel muss uns die Würde wert sein», sagte Brysch und forderte das Parlament auf, das Hospiz- und Palliativgesetz zu korrigieren.