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Patientenschützer: Mehr Vorsorge für suizidgefährdete Alte

11.03.2015

Berlin (dpa) - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz ruft die Bundesregierung auf, die Vorsorge für suizidgefährdete ältere Menschen zu verbessern. Angesichts der hohen Selbsttötungsraten müsse dringend ein «Aktionsprogramm Suizidprophylaxe 60plus» aufgelegt werden, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Er hob hervor: «Der Anteil der Über-60-Jährigen an der Bevölkerung beträgt 27 Prozent. Mit 45 Prozent ist sie jedoch die größte Gruppe unter den Menschen, die Suizid begehen.»

Hauptursache seien Depressionen. Antworten darauf sollten psychiatrische und psychologische Hilfen sein, sagte Brysch weiter.

«Tatsächlich sind aber bei den Über-60-Jährigen nur sechs Prozent in Behandlung, obwohl hier über 1,2 Millionen Menschen an Depression leiden.» Bund und Länder müssten in dem Aktionsprogramm eine verbindliche Anzahl von psychotherapeutischen Diensten vereinbaren.

Zudem «gilt es, die Hausärzte regelmäßig zu schulen».

Den meisten Menschen, die heute organisierte Suizidbeihilfe in Deutschland oder der Schweiz in Anspruch nähmen, könnte nach Bryschs Einschätzung durch psychiatrische und psychologische Prophylaxe geholfen werden. Die politische Diskussion über Sterbehilfe blende diesen Aspekt aber aus, kritisierte der Patientenschützer.

An diesem Mittwoch wollen das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) und die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) ihre Strategie zur Vermeidung von Selbsttötungen im Alter vorstellen.