Agenturmeldungen

Pflegekräfte im OP unzufrieden - «Gefahr für Patienten zugenommen»

05.02.2018

Frankfurt/Main (dpa) - Personalknappheit, schlechte Organisation und
Defizite in der Unternehmenskultur belasten die Pflege-Teams in den
Operationssälen deutscher Krankenhäuser. Das ist das Ergebnis des
«OP-Barometers 2017», das die Frankfurt University of Applied
Sciences alle zwei Jahre durchführt. Befragt wurden rund 1950
Pflegekräfte in Operationssälen und Anästhesie.

Nur 61 Prozent der Befragten sind mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden;
2011 waren es noch 71 Prozent. Besonders unzufrieden sind die OP- und
Anästhesie-Pflegekräfte in großen Kliniken. «Der OP-Saal ist der
Motor eines Krankenhauses. Wenn dieser stottert, dann bedeutet es
eine Gefährdung für die gesamte Einrichtung», sagte Prof. Thomas
Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht,
der die Studie zum sechsten Mal durchführte.

Fast die Hälfte der Befragten gab an, «dass aus ihrer Sicht die
Gefährdung der Patientinnen und Patienten in den letzten zwei Jahren
zugenommen hat», berichtete Busse. Als Gründe wurden genannt: zu
wenig Pflegepersonal, eine hohe Krankenquote, häufige personelle
Wechsel und Mobbing. Viele würden sich selbst nicht im eigenen
Krankenhaus operieren lassen. Positiv: Die Versorgung mit Sterilgut
hat sich nach Einschätzung vieler verbessert.