Agenturmeldungen

Pfleger streiken in mehreren Städten

19.09.2017

Berlin (dpa) - Zu wenig Personal und «permanente Überlastung»: Wenige

Tage vor der Bundestagswahl haben nach Gewerkschaftsangaben

mindestens 1000 Pflegekräfte ihren Unmut über die Situation in ihrem

Beruf kundgetan. Sie seien am Dienstag an mehreren Kliniken in

Deutschland einem Streikaufruf gefolgt, sagte eine Sprecherin der

Gewerkschaft Verdi. Betroffen waren demnach Krankenhäuser in Bayern,

Hessen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Berlin.

 

Notdienstvereinbarungen sorgten nach Verdi-Angaben für geregelte

Abläufe. Am Uniklinikum Düsseldorf beklagte die Klinikleitung jedoch

«massive Beeinträchtigungen für die Patienten». Unter anderem seien

nicht dringend nötige Operationen verschoben worden.

 

Den Aufruf begründete Verdi damit, dass einige Arbeitgeber keine

Bereitschaft gezeigt hätten, Entlastung für die Beschäftigten zu

schaffen. Weitere Streik-Aktionen, auch in anderen Bundesländern,

seien nicht ausgeschlossen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem

die Verankerung von Mindestpersonalausstattungen im Tarifvertrag. 

 

Fachkräftemangel und Arbeitsbelastung in der Pflege sind zuletzt zu

einem Wahlkampfthema geworden. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz

versprach im Falle seines Wahlsiegs «einen Neustart in der Pflege» in

den ersten 100 Tagen der neuen Regierung. Bundeskanzlerin Angela

Merkel (CDU) betonte, sie halte eine bessere Bezahlung in dem Beruf

für unumgänglich. Verbesserungsbedarf sehe sie auch bei den

Personalschlüsseln.