Agenturmeldungen

Schwesig: künstliche Befruchtung auch für Unverheiratete

24.11.2014

Berlin (dpa) - Gesetzliche Krankenkassen sollen nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) auch bei Unverheirateten Kosten für eine künstliche Befruchtungen übernehmen.

«Es ist nicht mehr zeitgemäß, diese Paare anders zu behandeln als Verheiratete», sagt sie dem Magazin «Spiegel». Man könne nicht einerseits beklagen, dass so wenige Kinder geboren würden, und andererseits Versuche mit künstlicher Befruchtung an Geld scheitern lassen, argumentierte Schwesig. Sie will außerdem erreichen, dass die Kassen künstliche Befruchtungen wieder voll finanzieren.

Das Bundessozialgericht hatte soeben entschieden, dass die Kassen nach aktueller Rechtslage nicht einmal einen Teil der Kosten erstatten dürfen, wenn die Antragsteller nicht verheiratet sind. Um das zu ändern, müsste das Sozialgesetzbuch reformiert werden.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der für den Bereich zuständig ist, will sich laut «Spiegel» nicht äußern, solange die schriftliche Urteilsbegründung nicht vorliegt. Gesundheitsexperten der Union stehen einer Neuregelung bislang skeptisch gegenüber.