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Sozialverband: Strukturreform der Ärzte-Versorgung mangelhaft

11.06.2015

Berlin (dpa) - Die geplante Strukturreform der Bundesregierung zur medizinischen Versorgung in Deutschland weist nach Ansicht des Sozialverbands VdK deutliche Mängel auf. «Das erklärte Ziel der Bundesregierung, eine bedarfsgerechte, flächendeckende und gut erreichbare medizinische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau sicherzustellen, wird durch die geplanten Maßnahmen leider nicht erreicht», erklärt VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Der Bundestag berät am Mittwoch (gegen 15.00 Uhr) abschließend das sogenannte Versorgungsstärkungsgesetz der großen Koalition.

Die von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) einzurichtenden Terminservicestellen beheben nach Maschers Ansicht die Ursache des Problems nicht. «Solange es für Ärzte lukrativer ist, Privatpatienten zu behandeln, werden gesetzlich Versicherte benachteiligt bleiben. Außerdem werden Psychotherapeuten von dieser Regelung ausgenommen.

Hier bestehen aber die größten Versorgungsprobleme.» Die Servicestellen sollen Patienten mit einer Überweisung spätestens nach vier Wochen einen Termin beim Facharzt besorgen. Ein Fortschritt für Patienten seien die gesetzlichen Klarstellungen beim Krankengeld. Bisher hatten Patienten, die etwa im Anschluss an einen Klinikaufenthalt am Wochenende arbeitsunfähig blieben, Probleme. Betroffene fielen aus dem Krankengeldbezug heraus, erläuterte Mascher.