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Spahn: Alle Patienten müssen gleich schnell Arzttermine bekommen

27.02.2018

Berlin (dpa) - Der designierte Gesundheitsminister Jens Spahn willdie Kluft bei der Behandlung von privat und gesetzlich Versichertenverkleinern. Beim Arzt hätten die Menschen das Gefühl, es gebe zweiKlassen bei der Terminvergabe, sagte der CDU-Politiker demRedaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). Das solle sich ändern.«Privat und gesetzlich Versicherte müssen in Zukunft gleich schnelleinen Arzttermin bekommen können», gab er als Ziel aus.

In einem ersten Schritt sollten die Terminservicestellen weiter
ausgebaut werden, damit Patienten einen Ansprechpartner hätten. «Wir
müssen auch, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, über die
Vergütungen der Ärzte für Kassenpatienten sprechen.» Bislang ist die
Behandlung von Privatpatienten für Ärzte deutlich lukrativer.

Als weiteres Problem benannte Spahn die mangelnde Versorgung mit
Ärzten, sowohl auf dem Land als auch in manchen Stadtteilen. «Wenn
wir die Akzeptanz des Gesundheitssystems verbessern wollen, müssen
wir dieses Problem lösen.»

Gefragt, ob er jungen Menschen noch mit gutem Gewissen empfehlen
könne, sich privat zu versichern, antwortete Spahn zurückhaltend.
Wenn man sich einmal festgelegt habe, «ist ein Wechsel in späteren
Jahren schwerer als eine Scheidung», sagte er. «Wer immer höhere
Beiträge zu zahlen hat, kommt im Alter sicherlich ins Grübeln.»
Innerhalb der privaten Krankenversicherung müssten immer mehr
Menschen im Verhältnis zu ihren Einkommen sehr hohe Beiträge zahlen.
Außerdem gebe es wegen der niedrigen Zinsen Probleme mit den
Kapitalrücklagen, sagte Spahn. «Wir müssen verhindern, dass für einen
einfachen Polizisten stark steigende Beiträge im Alter zu einer
sozialen Frage werden.»

Spahn kündigte auch Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in der
Pflege an. «Wir werden die Ausbildungskapazitäten erhöhen, die
Bezahlung und die Tarifbindung in der Pflege verbessern.» Pflege sei
das große Thema, «das jeden in Deutschland bewegt».