Agenturmeldungen

Spahn will langfristig Pflegebedürftige finanziell entlasten

17.02.2020

 

Berlin/Düren (dpa) - Angesichts immer weiter steigender Zuzahlungen
für die Pflege will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor allem
bei jahrelangen Belastungen gegensteuern. «Gerade wer langfristig
pflegebedürftig ist, muss entlastet werden», sagte der CDU-Politiker
dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montag). «Darauf sollten wir uns
konzentrieren.» Es gebe noch gute andere Ansätze, als den Eigenanteil
für Pflegebedürftige festzuschreiben.

Spahn will am Montagabend in Düren (Nordrhein-Westfalen) mit Experten
über die künftige Finanzierung der Pflege diskutieren. Dies ist Teil
einer angekündigten Dialogreihe des Ministeriums, bei der bis Mitte
Mai Veranstaltungen in weiteren Städten vorgesehen sind. Spahn will
dann bis Mitte des Jahres einen konkreten Reformvorschlag vorlegen.
In der Debatte gibt es bereits zahlreiche Vorschläge - etwa zu
Bundeszuschüssen und zur Senkung oder Begrenzung der Eigenanteile.

Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung - anders als die
Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten trägt. Neben dem
Eigenanteil für die reine Pflege kommen für Heimbewohner noch Kosten
für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den
Einrichtungen dazu. Insgesamt ergeben sich im Bundesschnitt derzeit
knapp 1900 Euro im Monat, aber bei großen regionalen Unterschieden.