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SPD: Arbeitnehmer müssen höhere Beiträge allein schultern

14.10.2015

Berlin (dpa) - Die SPD-Gesundheitspolitikerin Hilde Mattheis hat angesichts der erwarteten Beitragssteigerungen in der Krankenversicherung eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung gefordert. «Die Beitragssteigerungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung müssen allein von den Arbeitnehmern geschultert werden», kritisierte Mattheis am Mittwoch in Berlin. «Das ist schlichtweg ungerecht. Diese Steigerungen belasten die Beitragszahler über Gebühr. Daher müssen schnell die Lasten wieder fair zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verteilt werden.» Man habe sich in der Koalition von Union und SPD verständigt, dass ein zu hoher Zusatzbeitrag nicht akzeptabel sei.

Die «Bild»-Zeitung berichtete, der Schätzerkreis gehe in seinen Berechnungen davon aus, dass den Krankenkassen 2016 rund drei Milliarden Euro fehlen. Das entspreche einem Anstieg des Beitragssatzes um bis zu 0,3 Punkte. Damit würde der durchschnittliche Beitragssatz auf 15,8 Prozent steigen. Der Schätzerkreis tagte allerdings am Mittwoch noch.

Die Krankenkassen erwarten angesichts der von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geplanten Reformen im Gesundheitswesen vom kommenden Jahr an erhebliche Zusatzbelastungen. Zudem schreiben inzwischen alle Kassenarten Defizite. Daher wurde erwartet, dass die Kassen den Zusatzbeitrag um durchschnittlich 0,2 bis 0,3 Prozent erhöhen müssen.