Agenturmeldungen

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen AOK Rheinland/Hamburg

16.11.2017

Hamburg/Düsseldorf (dpa) - Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt

gegen die AOK Rheinland/Hamburg wegen des Verdacht auf Betrug zu

Lasten des Gesundheitsfonds. Die Staatsanwaltschaft habe bei

Durchsuchungen der Geschäftsräume in Hamburg und Düsseldorf 86

Kartons mit Beweismitteln sichergestellt, bestätigte die Sprecherin

der Hamburger Anklagebehörde, Nana Frombach, am Donnerstag. Die

Durchsuchungen hätten bereits am 27. September stattgefunden. Zuvor

hatten mehrere Medien darüber berichtet. Die AOK teilte am Donnerstag

mit, sie weise «jeglichen strafrechtlichen Vorwurf entschieden

zurück».

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht es darum, ob Ärzte

von der Krankenversicherung angehalten wurden, nachträglich ihre

Diagnosen zu korrigieren. Aus dem Gesundheitsfonds fließen den Kassen

über den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich Mittel zu:

Je kränker ein Patient, desto mehr Geld gibt es. «Es soll zunehmende

Bestrebungen der Krankenkassen gegeben haben, möglichst viele

Morbi-RSA-Diagnosen vorweisen zu können, um an die entsprechenden

Gelder zu gelangen», sagte Frombach der «Rheinischen Post». Es gehe

um mögliche betrugsrelevante Täuschungshandlungen durch

AOK-Verantwortliche.

Die Auswertung der Unterlagen werde einige Zeit beanspruchen, sagte

Frombach. Danach werde über eine Anklage entschieden.