Agenturmeldungen

Startschuss für Reform der Drogenersatz-Therapie

29.09.2017

Berlin (dpa) - Zehntausenden Drogenabhängigen in Deutschland winken
Erleichterungen bei ihrer Ersatztherapie. Wie die Drogenbeauftragte
Marlene Mortler (CSU) am Freitag mitteilte, tritt mit Beginn der
kommenden Woche eine neue Richtlinie in Kraft. Sie erweitert die
Möglichkeiten der heimischen Einnahme von Drogenersatzstoffen und
vergrößert die Zahl der Ausgabeeinrichtungen. Mortler sprach von
einem «Meilenstein» für suchtkranke Menschen. Die Reform trage dazu
bei, Versorgungslücken zu schließen - vor allem auf dem Land.

Substitutionsmittel wie Methadon sollen auch künftig grundsätzlich
unter Aufsicht von Fachpersonal eingenommen werden. Die neue
Richtlinie sieht aber vor, dass Ärzte für bis zu 30 Tage Ersatzstoffe
zur eigenverantwortlichen Einnahme verschreiben können. Bislang waren
«Take-Home-Verschreibungen» für maximal sieben Tage erlaubt. Darüber
hinaus können die Ersatzstoffe in Zukunft auch in Alten- und
Pflegeheimen sowie in Reha-Einrichtungen verabreicht werden. Derzeit
befinden sich bundesweit mehr als 77 000 Drogenabhängige in einer
sogenannten Substitutionsbehandlung.