Agenturmeldungen

Steinmeier setzt sich für Menschen mit Down-Syndrom ein

18.04.2019

Berlin (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich
demonstrativ für Menschen mit Down-Syndrom eingesetzt. «Es ist
normal, verschieden zu sein», schrieb er am Mittwoch auf seiner
Facebook-Seite. «Dafür steht Artikel 1 unseres Grundgesetzes zur
Würde des Menschen. Es ist unser Anspruch an eine menschliche
Gesellschaft, dafür einzustehen.»

Steinmeier hatte sich zuvor im Schloss Bellevue mit Natalie Dedreux
getroffen, die mit Trisomie 21 geboren wurde und sich für die
Anliegen von Menschen mit Down-Syndrom einsetzt. An dem Gespräch nahm
laut Präsidialamt auch Sebastian Urbanski vom Bundesvorstand der
Lebenshilfe e.V. teil.

«Ein Thema, das unsere gesamte Gesellschaft angeht: das Leben mit
Trisomie», schrieb Steinmeier nach dem Treffen weiter auf Facebook.

Die heute 20-jährige Dedreux war bekannt geworden, als sie im
Bundestagswahlkampf 2017 bei einer Veranstaltung Kanzlerin Angela
Merkel (CDU) fragte, warum man in Deutschland Babys mit Down-Syndrom
noch bis kurz vor der Geburt abtreiben dürfe. Neun von zehn Babys mit
Down-Syndrom würden hierzulande nicht geboren.

Vor wenigen Tagen hatte Dedreux in einem Deutschlandfunk-Interview
auf die Frage, welchen Politiker sie gern noch treffen würde,
Steinmeier genannt. «Dem würde ich auch sagen wollen, dass es
Menschen mit Down-Syndrom auf der Welt geben soll», sagte die junge
Frau.