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Studie: Bürgerversicherung führt zu starken GKV-Beitragserhöhungen

09.08.2017

Berlin (dpa) - Die Einführung einer Bürgerversicherung könnte nach
einer neuen Studie eine Beitragserhöhung für gesetzlich Versicherte
von 1,5 Prozentpunkten zur Folge haben. Würden die Pro-Kopf-Ausgaben
von Gesetzlicher (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) so
vereinheitlicht, dass die Gesamteinnahmen und -ausgaben unverändert
bleiben, würde das die heutigen GKV-Versicherten zusätzlich belasten.
Die heutigen PKV-Versicherten, die dann in der gesetzlichen
Bürgerversicherung wären, würden dagegen massiv entlastet. Zu diesem
Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Studie des Instituts für
Mikrodaten-Analyse (IfMDA, Kiel).

Institutsleiter Thomas Drabinski erläuterte, wenn man, wie von der
Politik vorgegeben, davon ausgehe, dass das Gesundheitssystem bei
einem solchen Wechsel insgesamt nicht schlechter dastehen solle als
heute, bedeute dies eine Angleichung der Leistungen für
GKV-Versicherte an die der PKV-Versicherten und damit höhere
Beiträge. Zur Zeit liegt der Durchschnittsbeitrag in der GKV bei 15,7
Prozent. Nach den Berechnungen wären es dann 17,2 Prozent.

Bei Einführung einer Bürgerversicherung würden die Privatversicherer
laut Drabinski zudem einen unverhofften Gewinn einfahren, da
Altersrückstellungen von rund 210 Milliarden Euro (bis Ende 2017) zur
eigenen unternehmensinternen Verwendung einbehalten werden könnten.
Die Umsetzung einer ausgabenneutralen Bürgerversicherung wäre damit
eine umfassende Subventionierung der PKV.