Agenturmeldungen

Verband hält Rezepturen aus Apotheken weiter für vertrauenswürdig

24.09.2019

Düsseldorf (dpa) - Nach dem Tod einer 28-Jährigen und ihres Babys in
Köln durch eine giftige Glukose-Lösung sieht der Apothekerverband
keinen Grund, selbsthergestellte Arzneien aus Apotheken generell in
Misskredit zu ziehen. «Apotheken stellen regelmäßig Arzneimittel her,
und das in sehr hoher Qualität», sagte der Vizepräsident der
Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Mathias Arnold,
am Dienstag in Düsseldorf. Der Vorfall in einer Kölner Apotheke sei
«fatal», sagte er. «Es tut uns unheimlich leid für die betroffenen
Menschen, aber wir müssen die Fakten genau aufklären.» Jeden Tag
stellten Apotheken große Zahlen von Rezepturen her. «Kriminelle
Energie und menschliches Versagen kommt in allen Hochrisikoprozessen
vor.»

Bei der Herstellung von Individualrezepturen haben Apotheken nach
Angaben Arnolds eine umfangreiche Dokumentationspflicht. Jede
Apotheke müsse die Identität der Wirkstoffe prüfen. Für jede Rezeptur
müsse eine Plausibilitätskontrolle gemacht und ein Protokoll erstellt
werden. Die Anforderungen für die Herstellung von Rezepturen seien
«sehr deutlich nach oben gegangen.»

Apotheken stellen nach Angaben Arnolds Individualrezepturen vor allem
im Bereich der Dermatika zur Anwendung auf der Haut sowie
Kinderarzneimittel mit geringeren Wirkstärken oder Mittel ohne
Konservierungsmittel her. «Das ist ein tägliches Geschäft in den
Apotheken.»

Bei der Untersuchung der beiden Todesfälle waren die Ermittler auf
einen toxischen Stoff gestoßen. Dieser Stoff sei in einem
Glukosebehältnis in der Apotheke festgestellt worden, teilte die
Polizei mit. Die Glukoselösung war nach Angaben der Polizei für einen
standardmäßigen Test bei Schwangerschaftsdiabetes verkauft worden.