Agenturmeldungen

Verdi: Pflegekräfte aus dem Ausland besser eingliedern

01.03.2019

Berlin (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi dringt auf eine bessere
Eingliederung von Fachkräften aus dem Ausland in der Pflege. Damit
zugewanderte und einheimische Kräfte Hand in Hand arbeiten könnten,
brauche es eine gute Vorbereitung und Begleitung aller Beteiligten,
sagte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler am Freitag. Grundlage für
eine gedeihliche Zusammenarbeit und ein gutes Arbeitsklima seien auch
genug Personal und faire Bezahlung. Beschäftigte, die aus ihren
Heimatländern andere fachliche Erfahrungen mitbrächten, müssten
systematisch und mit ausreichend Zeit eingearbeitet werden.

Angesichts der Personalnot in der Pflege setzt die Bundesregierung
neben Verbesserungen im Inland ergänzend darauf, dass ausländische
Kräfte leichter nach Deutschland kommen können. Laut einer von der
gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie ist die
Zahl der jährlich aus dem Ausland kommenden Fachkräfte gestiegen: Von
1500 im Jahr 2012 auf 8800 im Jahr 2017. Sie stammen zum Großteil aus
ost- und südeuropäischen Nicht-EU-Staaten oder von den Philippinen.

Bei der Zusammenarbeit in Altenpflegeheimen und Krankenhäusern gibt
es laut der Studie aber Konfliktpotenzial. In vielen Herkunftsländern
würden Pflegefachkräfte an Hochschulen ausgebildet. Manche hätten das
Gefühl, «unter Wert» zu arbeiten. Sie fühlten sich von Informationen
ausgeschlossen oder von Vorgesetzten schlechter behandelt.

Hier ausgebildete Kräfte kritisierten, dass zugewanderte Kollegen
schon wegen mangelnder Sprachkenntnisse im getakteten Arbeitsalltag
nicht voll einsetzbar seien. Eine akademische Ausbildung im Ausland
werde oft als «praxisfern» kritisiert. Es fehlten Kompetenzen, etwa
bei der Körperpflege von Patienten und im «Sozialverhalten». Für die
Studie ausgewertet wurden knapp 60 Interviews - mit nach Deutschland
gekommenen Pflegekräften, einheimischen Kräften und Vorgesetzten.