Agenturmeldungen

Wegen Grippe: Im Februar fehlten so viele wie seit zehn Jahren nicht

23.03.2018

Berlin (dpa) - Wegen der heftigen Grippewelle sind im Februar so
viele Beschäftigte krank ausgefallen wie seit zehn Jahren nicht. Der
Krankenstand, also der Anteil Erkrankter an allen Arbeitnehmern, lag
im vergangenen Monat bei 6,2 Prozent, wie eine am Donnerstag
veröffentlichte Statistik der Betriebskrankenkassen (BKK) ergibt.
Jeder Dritte davon blieb wegen einer Grippe oder anderer
Atemwegsinfekte zuhause.

Im Februar wird hierzulande immer der höchste Krankenstand erreicht.
Doch auch im Vergleich zu den vier großen Grippewellen der
vergangenen zehn Jahre (2009, 2013, 2015 und 2017) liegt der
diesjährige Wert laut den BKK «mit Abstand» an der Spitze.

Die höchsten Krankenstände hatten demnach Rheinland-Pfalz, das
Saarland sowie die ostdeutschen Bundesländer. Am wenigsten von
grippalen Infekten betroffen waren Hamburg, Bayern und
Baden-Württemberg. Gründe für die Abweichungen sind die
unterschiedliche Altersstruktur in den Ländern sowie die jeweilige
Infrastruktur und wirtschaftliche Lage.

Nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) war die
Influenza-Aktivität in der 11. Kalenderwoche 2018 (11. bis 18.3.)
weiter hoch, doch scheine der Höhepunkt der Grippewelle überschritten
zu sein. In der Woche seien 44 562 labordiagnostisch bestätigte
Influenzafälle übermittelt worden; in der Woche zuvor waren es knapp
46 400.

Die tatsächliche Zahl liegt deutlich höher, da bei weitem nicht in
jedem Fall auf Grippe getestet wird. Ein Anzeichen für eine Grippe
ist der plötzliche Beginn mit hohem Fieber, Kopf- und
Gliederschmerzen. Bei einem grippalen Infekt hingegen, einer
«normalen» Erkältung also, kündigt sich die Erkrankung eher durch
erste Symptome wie Niesen und ein leichtes Krankheitsgefühl an.

Ärzte raten, sich nach einer überstandenen Grippe richtig
auszukurieren. Das Immunsystem sei dann noch deutlich geschwächt.