Agenturmeldungen

Zentrale Service-Hotline für Kassenpatienten soll bald starten

22.08.2019

Berlin (dpa) - Eine bundesweite Telefon-Hotline soll Kassenpatienten
bald bei dringenden Gesundheitsproblemen und der Suche nach freien
Arztterminen helfen. Dazu wird die bisher außerhalb der Praxiszeiten
zu nutzende Bereitschaftsdienst-Nummer 116 117 zu einem jederzeit
erreichbaren Service ausgebaut. Sie soll ab 1. Januar 2020 eine
rundum zuständige Nummer für alle Patienten sein, die nicht direkt
einen Termin haben, sagte der stellvertretende Vorstandschef der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister. Die
Erweiterung des Angebots hat die Koalition gesetzlich vorgegeben.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) in den Ländern stocken ihre
Call Center dafür derzeit massiv auf, wie die KBV erläuterte. Zum
Start des neuen Angebots sollen es bundesweit 1200 Mitarbeiter sein.
Patienten mit akuten Anliegen sollen dann am Telefon eine erste
Einschätzung bekommen, wie dringlich sie behandelt werden müssen -
und je nachdem in eine Praxis oder eine Klinik weitergelotst werden.

Verzahnt werden soll dies mit schon bestehenden Servicestellen, die
Termine bei Fachärzten vermitteln. Sie haben bisher noch je nach
Bundesland andere Nummern und sind zu unterschiedlichen Uhrzeiten
erreichbar. Künftig sollen auch Termine bei Haus- und Kinderärzten
vermittelt werden, auch zur dauerhaften Betreuung. Um die 116 117
bekannter zu machen, ist ab Ende August eine Werbekampagne geplant.
Dazukommen sollen auch ein Online-Angebot und eine App fürs Handy.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) begrüßten das künftig
einheitliche Angebot. «17 unterschiedliche Telefonnummern in den
KV-Bezirken und 17 unterschiedliche Erreichbarkeitszeiten sind alles
andere als patientenfreundlich», sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand
des GKV-Spitzenverbands, der Deutschen Presse-Agentur. Künftig könne
auch besser koordiniert werden, welche Fälle eilig sind und welche
vielleicht noch etwas Zeit haben.