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Umfrage: Längere Termin-Wartezeiten vor allem bei Fachärzten

28.08.2018

Berlin (dpa) - Patienten müssen einer Umfrage zufolge vor allem bei
Fachärzten länger auf Behandlungstermine warten. Bei Hausärzten
bekamen im vergangenen Jahr 37 Prozent der Befragten nach eigener
Auskunft sofort einen Termin, wie die Kassenärztliche
Bundesvereinigung (KBV) als Auftraggeberin der Umfrage am Dienstag
mitteilte. Lediglich vier Prozent mussten länger als drei Wochen auf
einen Hausarzttermin warten. Bei Fachärzten gaben dagegen 32 Prozent
der Befragten Wartezeiten von mehr als drei Wochen an, sofort einen
Termin beim Facharzt bekamen 19 Prozent.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte: «Natürlich ist nicht alles perfekt,
auch nicht bei den Wartezeiten. Aber die Situation insgesamt ist
gut.» Vor allem Hausärzte als erste Ansprechpartner seien für die
allermeisten Patienten kurzfristig verfügbar. Um die Verfügbarkeit
von Fachärzten müsse man sich mittelfristig eher kümmern.

Für Hilfe nachts oder an Wochenenden gehen laut der Umfrage weniger
Menschen direkt in die Notaufnahmen von Krankenhäusern - dies gaben
33 Prozent der Befragten an, ein Jahr zuvor waren es noch 47 Prozent.
 Dagegen wandten sich nun 26 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent) an
ärztliche Bereitschaftsdienste. Gassen sagte, offensichtlich trügen
intensive Informationen über diese ersten Anlaufstellen außerhalb der
Praxis-Öffnungszeiten erste Früchte.

Für die Befragung hat die Forschungsgruppe Wahlen den Angaben zufolge
vom 9. April bis 4. Juni telefonisch 6043 deutschsprachige Menschen
ab 18 Jahren befragt.