Agenturmeldungen

Charité überwachte Herzpatienten aus der Ferne - mit Erfolg

27.08.2018

Berlin/Potsdam (dpa) - Ärzte und Pfleger der Berliner Charité haben
mehr als 1500 Herzpatienten in Deutschland aus der Ferne überwacht
und mit dem Verfahren Todesfälle verhindert. Vorteile wie eine
geringere Krankheitsschwere durch telemedizinische Unterstützung
seien sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten
beobachtet worden, sagte der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich
Frei, am Montag in Berlin bei der Vorstellung der Studie. Diese
erschien vor einigen Tagen im Fachjournal «The Lancet».

An der Studie nahmen Herzschwäche-Patienten aus 13 Bundesländern nach
der Krankenhaus-Entlassung teil. Mit einem Technik-Set sendeten die
Patienten, die vor allem aus Nordbrandenburg kamen, ein Jahr lang
täglich Daten nach Berlin: etwa EKG-Werte, Gewicht und eine
Einschätzung zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand. War etwas
auffällig, reagierten Fachleute in einem rund um die Uhr besetzten
Zentrum, etwa, in dem sie die Medikation anpassten oder Retter
alarmierten. Vor Ort hatten die Patienten weiter ihre Ärzte als
Ansprechpartner.

Nach Charité-Angaben haben 1,8 Millionen Deutsche Herzschwäche. Es
sei der häufigste Grund für Krankenhausaufnahmen.