Agenturmeldungen

Experten fordern umfassenderen Ansatz bei der Krebstherapie

06.03.2017

Berlin (dpa) - Parlamentarier und Experten haben eine umfassendere
Versorgung krebskranker Patienten verlangt. Dazu sei unter anderem
eine engere Zusammenarbeit zwischen Forschung und Behandlung nötig,
aber auch ein Sektoren übergreifendes Zusammenspiel zwischen
niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern. Dies machte ein
Expertenkreis um die Bundestagsabgeordneten Karin Maag (CDU) und
Sabine Dittmar (SPD) am Montag in Berlin deutlich.

Patienten sollten den Behandlern auf Augenhöhe begegnen können. Dazu
sollten sie in die Vernetzung der Leistungserbringer eingebunden und
von einem qualifizierten Lotsen unterstützt werden.Zudem müsse die
psychische Betreuung von Krebspatienten wesentlich besser werden.

Krebspatienten bräuchten bei ihrer Krankheit eine bessere
Orientierung im Gesundheitswesen. Jedes Jahr erkranken 500 000
Menschen in Deutschland neu an Krebs. «Die Behandlung von Krebs ist
noch immer eine der größten medizinischen Herausforderungen unserer
Zeit. Gute Beratungsangebote und der rasche Zugang zu medizinischen
Innovationen für alle betroffenen Patientinnen und Patienten sind
essenziell für den Behandlungserfolg», erklärte Dittmar.

Die Qualifizierung des Lotsen sei noch nicht genauer bestimmt. Unter
anderem werde an gut ausgebildete Personen aus dem Gesundheitsbereich
gedacht. Grundsätzlich könne es sich hier um eine neues Berufsbild
handeln, hieß es. Nach den Vorstellungen der Experten sollen keine
Parallelstrukturen etwa zum Krebsregister aufgebaut werden. Vielmehr
sollten die vorhandenen Strukturen besser in Forschung und Behandlung
eingebunden werden. Die bisherige Versorgungsforschung könnte so
einen neuen Impuls bekommen.