Agenturmeldungen

Expertin: Viele Ebola-Patienten haben Angst vor Behandlung

21.10.2014

München/Monrovia (dpa) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen will ihre Arbeit für die Menschen in den von Ebola betroffenen Ländern transparenter machen. Zahlreiche Patienten hätten Angst, sich von den Helfern behandeln zu lassen, berichtete die Würzburger Krankenschwester und Notfallkoordinatorin der Organisation, Anja Wolz.

«Viele nehmen die Ebola-Behandlungszentren eher als Todeszentren wahr, weil sie mitbekommen, dass Patienten hier auch sterben», sagte Wolz im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Die Familien behielten ihre Kranken deshalb lieber zu Hause. Damit steige aber die Gefahr für die Angehörigen, sich ebenfalls mit dem Virus zu infizieren. Um mit Kranken und deren Umfeld über die Gefahr zu sprechen, wollen Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen deshalb verstärkt in die Stadtviertel gehen, wie Wolz erläuterte.

Für die Organisation sind insgesamt mehr als 3000 lokale und internationale Mitarbeiter in Westafrika im Einsatz.