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Foodwatch: Präventionsgesetz macht zu wenig gegen Fehlernährung

22.04.2015

Berlin (dpa) - Das Präventionsgesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) geht nach Ansicht der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch nicht entschieden genug gegen das Problem ungesunder Ernährung vor. Der dadurch bedingte Anstieg chronischer Krankheiten verursache neben individuellem Leiden auch erhebliche Kosten für die Gesellschaft. «Allein durch Adipositas (Fettsucht) entstehen in Deutschland etwa 20 Milliarden Euro zusätzliche Kosten für das Gesundheitswesen», heißt es in einer Stellungnahme der Organisation zu dem Gesetz, mit der sich der Gesundheitsausschuss an diesem Mittwoch befasst.

Die dramatische Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Erwachsenen in den vergangenen 20 Jahren liege vor allem auch daran, dass «jederzeit und überall» kalorienreiche Lebensmittel verfügbar seien. Die Lebensmittelwirtschaft versuche dabei, die Aufmerksamkeit von Kindern auf jene Produkte zu lenken, «die die größte Profitabilität versprechen: Zuckerhaltige Getränke, Süßwaren und Snacks». Sogar bei der Schulverpflegung bekämen Kinder zu viel Fleisch, zu viel Süßes und zu wenig Obst und Gemüse, so Foodwatch.

Die Mitverantwortung der Lebensmittelwirtschaft für den Anstieg von Übergewicht, Adipositas und chronischen Krankheiten müsse im Präventionsgesetz eindeutig festgehalten und Gegenmaßnahmen verankert werden, fordert die Organisation. Nur so werde sich diese fatale Entwicklung zurückdrängen lassen.