Agenturmeldungen

Forderung nach Meldepflicht bei Arzneimittel-Engpässen

08.03.2017

Berlin (dpa) - Krankenkassen, Ärzte und Apotheker fordern gesetzliche
Maßnahmen, um Lieferengpässen bei wichtigen Medikamenten vorzubeugen.
Die AOK Baden-Württemberg, die Arzneimittelkommission der deutschen
Ärzteschaft und der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker
(ADKA) drängten am Mittwoch in Berlin auf umfassende Meldepflichten
für die Pharmaindustrie. Sie soll dazu verpflichtet werden, ihre
Lagerbestände sowie kurzfristige Lieferprobleme an das zuständige
Bundesinstitut zu melden.

Das bisher geltende Prinzip der Freiwilligkeit bei der Meldung von
Versorgungsengpässen werde von den Herstellern ausgenutzt, klagte der
Vorsitzende der Arzneimittelkommission, Wolf-Dieter Ludwig. Bei einer
ADKA-Umfrage unter Klinikapotheken waren 30 als «versorgungskritisch»
eingestufte Wirkstoffe nicht verfügbar. Bei lediglich 8 der 30
Wirkstoffe sei der Mangel von den Herstellern an das Bundesinstitut
für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet worden, klagte
ADKA-Präsident Rudolf Bernard. «So geht das nicht weiter.»