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GKV warnt vor zu schnellem Kassenwechsel - Angebote genau prüfen

05.01.2015

Beitragszahler können zum 1. Januar ihre Krankenkasse wechseln, wenn sie den Zusatzbeitrag nicht zahlen wollen. Sie sollten sich aber vorher das Preis-Leistungs-Verhältnis genau anschauen, raten Experten.

Berlin (dpa) - Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat Beitragszahler vor einem übereilten Wechsel ihrer Krankenkasse gewarnt. Die Versicherten sollten nicht nur auf die Höhe des Zusatzbeitrags achten, sondern auch die teilweise unterschiedlichen Leistungen berücksichtigen, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der Deutschen Presse-Agentur. «Das Gesamtpaket muss stimmen.»

Die gesetzlichen Krankenkassen können vom 1. Januar an wieder über einen Teil der Beiträge selbst bestimmen. Dazu wird der bisherige allgemeine Beitragssatz um 0,9 Punkte auf 14,6 Prozent gesenkt. Auf diesem Niveau ist es den Kassen dann möglich, einen Zusatzbeitrag zu erheben, dessen Höhe sie selbstständig festlegen können. «Mit der gesetzlichen Umstellung bei der Kassenfinanzierung sind Zusatzbeiträge die neue Normalität», erklärte Lanz.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) verspricht sich dadurch mehr Wettbewerb unter den Kassen. Denn die Kassenmitglieder bekommen mit der Neuregelung ein Sonderkündigungsrecht, wenn ihre Krankenversicherung einen Zusatzbeitrag einführt oder ihn künftig - auch während des laufenden Haushaltsjahres - erhöht.

Vor diesem Hintergrund wollten die Kassen im ersten Jahr der Neuregelung kein Risiko eingehen und blieben weitestgehend im Rahmen des bisherigen Satzes von 15,5 Prozent. Allerdings erwarten sie in den folgenden Jahren zum Teil eine deutliche Steigerung des Zusatzbeitrages.

Der Chef der Barmer GEK, Christoph Straub, sagte der dpa, es zeichne sich jetzt schon ab, dass die Ausgaben etwa im Krankenhausbereich oder für Apotheker und Arzneimittel kurz- und mittelfristig deutlich zulegen. Die GKV-Finanzen entwickelten sich jedoch erstmals seit Jahren spürbar schlechter. Straub geht davon aus, dass der durchschnittliche GKV-Beitragssatz 2016 bei mehr als 16 Prozent liegen werde.

Der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, sagte der
dpa: «Es wird teurer, das ist die Wahrheit. Wir rechnen im Durchschnitt der Krankenkassen mit 0,2 Beitragssatzpunkten Steigerung im Jahr.» Bis zur Bundestagswahl 2017 seien dies dann 0,4 Prozentpunkte, also ein Beitragssatz von rund 16 Prozent, «Das wird die Politik nicht lustig finden.» Ob sie allerdings eingreifen wird, ist offen.