Agenturmeldungen

Grippeschutz im Krankenhaus: Personal unzureichend geimpft

01.11.2019

Berlin (dpa) - Ansteckungsrisiko am Krankenbett: Nach einer Umfrage
des Robert Koch-Instituts (RKI) schützen sich Mitarbeiter zahlreicher
deutscher Krankenhäuser zu wenig vor dem Grippe-Virus. Demnach war in
der Saison 2018/19 nur gut jeder zweite Beschäftigte (52 Prozent)
gegen Influenza geimpft, wie aus dem aktuellen «Epidemiologischen
Bulletin» des RKI in Berlin hervorgeht. An der Umfrage nahmen 171
Kliniken mit gut 27 000 Mitarbeitern teil.

Die Quote ist im Vergleich zu den beiden vorgehenden Saisons (je rund
39 Prozent) zwar merklich gestiegen, aber laut Institut immer noch zu
gering. Dass der Wert gewachsen ist, wird mit der schweren
Grippewelle im Winter zuvor und dem erstmals generell empfohlenen
Vierfachimpfstoff begründet. Insgesamt ließen sich laut der Umfrage
deutlich mehr Ärzte als Pfleger impfen. Was dagegen spricht? «Während
die Ärzteschaft vor allem organisatorische Gründe aufführte, beklagte
das Pflegepersonal ein insgesamt eher fehlendes Vertrauen in die
Impfung», schreibt das RKI.

Medizinischem Personal wird die Grippeschutzimpfung empfohlen, weil
es durch den Kontakt zu vielen Erkrankten selbst ein erhöhtes
Infektionsrisiko hat und gleichzeitig eine Infektionsquelle für die
empfindlichen Patienten darstellt. Auch Menschen ab 60, chronisch
Kranken und Schwangeren wird die Impfung empfohlen. Anhand von Daten
aus sieben Bundesländern sieht das RKI jedoch auch bei Senioren und
chronisch Kranken zu wenig Geimpfte. Die allgemeinen Impfquoten
schwanken je nach Landkreis und Bundesland stark.

Aktuell steht die Grippesaison noch am Anfang, es werden vorrangig
Erkältungsviren nachgewiesen. Die Zahl echter, nachgewiesener
Grippefälle liegt bei 61. Die Dunkelziffer gilt dabei aber als sehr
hoch. Die Grippe sorgt nach Schätzungen für Millionen Arztbesuche.