Agenturmeldungen

Gröhe gegen «Verklärung der Selbsttötung» in Debatte um Sterbehilfe

13.11.2014

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat seine Ablehnung gegen organisierte und kommerzielle Angebote der Sterbehilfe bekräftigt. «Ich wehre mich gegen eine Verklärung der Selbsttötung», sagte er am Donnerstag im ZDF-«Morgenmagazin». «Das als Akt wahrer Freiheit zu verklären, ist mir fremd». Gröhe betonte aber: «An der Straffreiheit der individuellen Selbsttötung und der Beihilfe dazu will ich selbstverständlich festhalten».

Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) will hingegen, dass der Arzt des Vertrauens dem schwer leidenden Sterbenden - auf Wunsch - ein tödliches Medikament zur Verfügung stellen kann, ohne in rechtliche Schwierigkeiten zu geraten. «In Grenzsituationen haben Menschen einen Anspruch, dass der Arzt ihnen beisteht, wenn sie sagen: Ich möchte jetzt friedlich entschlafen», sagte Hintze im Deutschlandfunk.

Der Bundestag will am Vormittag viereinhalb Stunden lang über Sterbebegleitung und Sterbehilfe debattieren. Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, appellierte im «Tagesspiegel» an die Abgeordneten, «so klar zu sein, dass kein Zweifel am notwendigen Schutz auch sterbenden Lebens aufkommt».