Agenturmeldungen

Gröhe schließt höhere Kosten durch Arznei-Innovationen nicht aus

12.04.2016

Berlin (dpa) - Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) schließt nicht aus, dass durch neue Vereinbarungen mit der Pharma-Industrie Kostensteigerungen auf die Versicherten zukommen. Es gebe Bereiche in der Arzneimittelbranche, in denen man mit Mehraufwendungen rechnen müsse, sagte Gröhe am Dienstag in Berlin zum Abschluss des sogenannten Pharma-Dialogs. Als Beispiel nannte er die Entwicklung neuer Antibiotika. Die weltweit zunehmenden Resistenzen verlangten Anstrengungen, neue, wirksamere Präparate zu entwickeln.

Hintergrund ist, dass die Entwicklung neuer Antibiotika für Pharma-Unternehmen nicht sonderlich lukrativ ist. Gleichzeitig zwingt die weltweit zunehmende Widerstandsfähigkeit von Erregern gegen solche Mittel zum Handeln. Möglicherweise müssten neue Präparate dann über die Krankenkassen refinanziert werden. Gröhe hofft allerdings, dass die Krankenkassen bei den Verhandlungen mit den Herstellern über Arzneimittelpreise an anderer Stelle Einsparungen erzielen.

Nach anderthalb Jahren stellte die Bundesregierung am Dienstag die Ergebnisse des ersten Dialogs dieser Art über die Zukunft der Pharma-Industrie vor. An ihm hatten Vertreter des Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftsministeriums sowie Pharmaverbände, Wissenschaft und Gewerkschaft teilgenommen.