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Justiz prüft Verdacht auf Abrechnungsbetrug an Uniklinikum

24.09.2015

Kiel/Lübeck (dpa) - Wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel gegen mehrere Ärzte des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Aufgrund einer Anzeige der Kassenärztlichen Vereinigung werde ein bestimmter Bereich der Abrechnungspraxis überprüft, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Darüber hatten zunächst die «Kieler Nachrichten» berichtet. Demnach besteht der Verdacht, Ärzte könnten systematisch Leistungen unter eigenem Namen abgerechnet haben, obwohl nachgeordnete Ärzte die ambulanten Behandlungen erledigt hätten.

Das Klinikum übergab der Staatsanwaltschaft Abrechnungsunterlagen von den Standorten Kiel und Lübeck. «Dem UKSH und den zuständigen Ärzten sind derartige fehlerhafte Abrechnungen derzeit nicht bekannt», sagte Pressesprecher Oliver Grieve. «Wir gehen davon aus, dass im Laufe der Ermittlungen die angeblich vorhandenen Verdachtsmomente entkräftet werden.» Am UKSH fallen jährlich rund 400 000 Abrechnungen für ambulante Behandlungen an. Das Abrechnungssystem ist sehr komplex.